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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 16. Runde: Schötz - St. Gallen U21 1:1 (0:1)
Schötzer Nachlassen spät bestraft

Schötz hatte auf dem Espenmoos eine Halbzeit lang alles im Griff. Doch in den zweiten 45 Minuten liess das Team von Sven Christ stark nach und musste in der Schlussphase prompt noch zwei wichtige Zähler abgeben.

at. Dass es in St. Gallen kein gutes Fussballspiel würde, war schon vor dem Anpfiff klar. Das altehrwürdige Espenmoos-Stadion, in dem die U21 ihre Heimspiele austrägt, hat die Stadt zwar sehr zweckmässig umgebaut und dabei auch den Innenbereich der alten Tribüne saniert, doch der Zustand des Rasens war für 1.-Liga-Verhältnisse schlichtweg eine Frechheit. Es war ausgeschlossen, dass der Ball auch nur fünf Meter wirklich flach rollen konnte. Es ist in der heutigen Zeit selbst in unteren Ligen sehr selten, dass man ein derart ungepflegtes Spielfeld findet. 

«Wir waren zum Glück von anderen Teams vorgewarnt und konnten uns darauf einstellen», sagte FCS-Trainer Sven Christ zu den misslichen Platzbedingungen. Und seine Spieler setzten das Vorhaben, sich auf dem holprigen Boden nicht im Klein-Klein-Spiel zu verzetteln, in den ersten 45 Minuten sehr gut in die Tat um. Die Schötzer kontrollierten das Spiel, hatten den Gegner jederzeit im Griff und liessen keine einzige gefährliche Torgelegenheit für das Heimteam zu. In der Offensive, wo diesmal Grüter für den gesperrten Castelli in die Spitze gerückt war, erspielten sich die Gäste zwar auch nur selten gute Chancen, insgesamt waren sie aber doch klar torgefährlicher. Die beste Möglichkeit hatte Grüter nach 14 Minuten ausgelassen, als er ideal freigespielt den Ball allein vor Sonderegger nicht unter Kontrolle brachte und so die frühe Führung vergab.

Die Partie war geprägt von zahlreichen Zweikämpfen und Fouls. Und so erstaunte es nicht, dass das erste Tor schliesslich aus einem Freistoss entstand. Koch konnte in der 37. Minute aus 18 Metern Anlauf nehmen und setzte den Ball herrlich über die Mauer in die linke Torecke. Es war bereits das 11. Saisontor des Schötzer Kunstschützen. Und Koch war es auch, der kurz vor der Pause einen weiteren Freistoss aus 35 Metern nur knapp neben das Tor setzte. Ein 2:0 zu diesem Zeitpunkt wäre wohl schon die Vorentscheidung gewesen.

So sicher die Schötzer das Geschehen vor der Pause im Griff hatten, so schnell gaben sie das Heft in der Folge aus der Hand. Allein zwischen der 47. und 51. Minute brannte es dreimal lichterloh vor dem Schötzer Tor. Doch entweder zielten die St. Galler bei ihren Abschlüssen zu schlecht oder sie scheiterten am glänzend reagierenden Schwegler. «Ich kann mir auch nicht erklären, weshalb wir so den Faden verloren haben», meinte Sven Christ nach dem Spiel. Das Hauptproblem aus seiner Sicht war, «dass wir nun plötzlich keine zweiten Bälle mehr holten und so gar nicht mehr ins Spiel fanden.» In der Tat waren die Schötzer lediglich noch am Reagieren. Und wenn sich gegen die riskant spielenden St. Galler ideale Lücken zum Kontern boten, kam bei den Gästen der letzte Pass zu ungenau oder viel zu spät. Im Spiel nach vorne passte nichts mehr zusammen, so dass den Schötzern nach dem Seitenwechsel kein einziger schöner Spielzug mehr gelang. Auch die Einwechslung von Studer und die Umstellung auf zwei Stürmer änderte daran nichts.

Trotzdem schienen die Gäste den knappen Vorsprung über die Zeit retten zu können. Doch dann brach die 85. Minute an: Die St. Galler schlugen eine Freistossflanke in den Strafraum, wo die Schötzer die gegnerischen Spieler bei der Kopfballvorlage wie auch beim anschliessenden Torschuss zum 1:1 gewähren liessen. «Dass wir gleich in beiden Szenen in den Duellen nicht dran sind, kann nicht sein, da hat die Zuteilung überhaupt nicht gestimmt», ärgerte sich Sven Christ masslos über das Gegentor und die dadurch verschenkten zwei Punkte. Ganz am Schluss mussten die desorientierten Schötzer gar noch um den einen Zähler bangen. «Wenn das Spiel noch fünf Minuten länger gegangen wäre, hätten wir wohl noch verloren», schüttelte auch Goalie Martin Schwegler den Kopf. Der tiefe Boden, das Nachtragsspiel am Dienstag sowie die Reisestrapazen innert vier Tagen hatten bei den Schötzern in der Schlussphase doch Spuren hinterlassen.

Für Sven Christ und seine Mannschaft geht es nun darum, die erste Saisonhälfte mit einem Erfolgserlebnis zu beenden – auch wenn das leichter gesagt als getan ist. Denn am Samstag (16.00, Wissenhusen) gastiert mit Rapperswil-Jona ein Gegner, der in vorzüglicher Verfassung ist und am Wochenende im Cup-Achtelfinal gegen den FC Biel nach dreimaliger Führung erst in der Verlängerung mit 3:5 unterlag.

St. Gallen U21 – Schötz 1:1 (0:1). Stadion Espenmoos. – 200 Zuschauer. – SR Starovlah. – Tore: 37. Koch 0:1. 85. Maier 1:1. – St. Gallen U21: Sonderegger; Oehri, Calabrese, Lutz, Aebersold (69. Dezlili); Maritic, Maier, Knöpfel (88. Eberle), Nguyen; Lehmann, Sutter (82. Thaqi). – Schötz: Schwegler; Berisha, Curic, Bolliger, Fernandez; Nikaj, Gjuraj; Peter (90. Karajcic), Aiello (70. Studer), Koch; Grüter. – Bemerkungen: St. Gallen ohne Geiblinger, Bruggmann, Mathys und Kindle (alle verletzt). Schötz ohne Castelli (gesperrt).