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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


Cup, 1. Hauptrunde: Schötz - FC Luzern 2:3 (1:2)
Wieder gabs nur Komplimente

Der FC Schötz zeigte gegen den FCL eine hervorragende Leistung und war nahe an einer grossen Überraschung. Sogar Luzerns Trainer Rolf Fringer sprach nach dem 3:2 von «einem am Schluss glücklichen Sieg» seines Teams.

 at. Seinem Ruf, ein gefährlicher Cup-Gegner zu sein, machte der FC Schötz auch gegen den FCL wieder alle Ehre. Ein Jahr nach dem unglücklichen 0:1 gegen den FCB verpassten die Schötzer einen Überraschungscoup abermals nur ganz knapp. Glänzend eingestellt, frech im Auftreten, physisch und vor allem auch fussballerisch dem Tabellenzweiten der Super League während mehreren Phasen ebenbürtig, setzte das Team von Sven Christ dem FCL mehr zu, als dem Gegner lieb war.

Wer spielt denn hier in der Super League? Diese Frage stellten sich die fast 4000 Zuschauer das erste Mal nach zehn Minuten. Statt des erwarteten FCL-Startfuriosos hatten die Schötzer vom Anpfiff weg frech die Initiative übernommen. Und wie: Koch zirkelte einen langen Freistossball auf den Kopf von Grüter, der den Ball unhaltbar ins Netz verlängerte – 1:0 für den Aussenseiter, und das nach 112 Sekunden. Und nur sieben Minuten später hatten die Schötzer Anhänger den Torschrei erneut bereits auf den Lippen. Castelli legte gekonnt zurück auf Peter, der den Ball aus zehn Metern jedoch knapp über das Tor von Zibung setzte. Der Erstligist hätte mit 2:0 führen können, bevor der Gast aus der Super League einmal gefährlich im Schötzer Strafraum aufgekreuzt war.

«Wir sind kalt geduscht worden und mussten zu Beginn unten durch», zollte auch Rolf Fringer dem beeindruckenden Schötzer Start später Respekt. «Dass wir ruhig geblieben sind, und dass wir auf dieses 0:1 schnell reagieren konnten, war positiv», zollte der FCL-Trainer aber auch seinem Team ein Lob. Tatsächlich nahmen die Luzerner das Spiel nach einer Viertelstunde in die Hand. Und sie profitierten in der Folge auch von Schötzer Nachlässigkeiten. Wie beim 1:1: Lustenberger wurde an der Grundlinie zu wenig gut abgeblockt, der sträflich allein gelassene Ianu musste den Ball nur noch über die Linie drücken (19.). Der FCL musste bis zur Pause nur noch einen bangen Moment überstehen, als Kochs frecher Versuch aus 50 Metern (!) um Haaresbreite am Pfosten vorbeiflog. Zibung hätte gegen dieses potenzielle Tor des Monats nichts mehr ausrichten können. Daneben waren die Gäste nun klar tonangebend. Vor allem Yakin, der sonst viele Auszeiten nahm, setzte nun mit guten Zuspielen und zwei knapp verzogenen Kopfbällen die Akzente. Und als sich Paiva nach einem ungestümen Tackling von Felber geschickt fallen liess, verwertete der Nationalspieler den Penalty in der 39. Minute unhaltbar zum 2:1.

Nach dem Seitenwechsel liess der Rhythmus der attraktiven Partie nach. Das lag einerseits am FCL, der nicht mehr als nötig tat, und andererseits am Heimteam, das nur noch sporadisch gefährlich zum Abschluss kam. Trotzdem hätte in der 53. Minute das 2:2 fallen müssen. Grüter dribbelte sich im Strafraum frei, der Abpraller fiel schliesslich vor die Füsse von Castelli, der den Ball aber neben das leere Tor setzte. «Unglaublich», sagte der Pechvogel am Abend, als er die Szene nochmals im TV gesehen hatte. «Ich war mir sicher, dass der Ball reingeht.» Rein ging der Ball schliesslich auf der anderen Seite. Lustenberger hatte Paiva freigespielt, der mit einem Flachschuss das 3:1 erzielte (72.). «Diesen Schuss hätte ich halten müssen», nahm Goalie Schwegler den dritten Gegentreffer auf seine Kappe.   Doch die Schötzer bewiesen erstaunliche Moral, beeindruckten mit ihrer Physis und legten im Finish nochmals zu. Koch, der zuvor mit einen Freistoss das Anschlusstor verpasst hatte, zog in der 90. Minute technisch brillant an Veskovac vorbei und legte mustergültig auf für Grüter, der entschlossen das 2:3 markierte.

Und nun fragten sich die Zuschauer nochmals, wer denn hier in der Super League spielt. Mit elf Mann wehrten sich die Luzerner im eigenen Strafraum gegen den Schötzer Dauerdruck. «Unsere Leistung in den letzten zehn Minuten kann ich nicht akzeptieren, einige meiner Spieler waren völlig platt», ärgerte sich Rolf Fringer, der auch zugab, «dass es nur noch Glück war, dass wir nicht in die Verlängerung mussten.» Dieses Glück fehlte André Grüter, dem besten Spieler auf dem Platz, in der Nachspielzeit gleich zweimal. Zunächst verfehlte er mit einem Flugkopfball das sichere 3:3 (91.), ehe Zibung seinen Ablenker am vorderen Pfosten im letzten Moment noch parieren konnte. «Schade», sagte der Doppeltorschütze, «das 3:3 wäre die Krönung gewesen. Solche Chancen erhält man nur einmal im Leben, ich habe sie leider nicht genutzt. Das tut natürlich weh.»

Dank Grüters Doublette konnten die Schötzer im fünften Anlauf gegen einen Vertreter der Super League aber immerhin erstmals Tore bejubeln. Und wer weiss: Vielleicht folgt ja beim nächsten Cup-Abenteuer dann auch noch die Siegpremiere. Diese hätte Sven Christ verständlicherweise viel lieber bereits gegen den FCL gefeiert. «Wer so gut mithält und so gute Chancen auf eine Sensation hat, wie wir heute gegen Luzern, der muss einfach zuschlagen», sagte der enttäuschte Schötzer Trainer. Die vielen Lobeshymnen für den hervorragenden Auftritt seiner Mannschaft waren für Christ in den Stunden nach dem Spiel deshalb nur ein schwacher Trost.
 

Schötz – FC Luzern 2:3 (1:2). Wissenhusen. – 3750 Zuschauer. – SR Wermelinger. – Tore: 2. Grüter 1:0. 19. Ianu 1:1. 39. Yakin (Foulpenalty) 1:2. 72. Paiva 1:3. 90. Grüter 2:3. – Schötz: Schwegler; Berisha, Felber, Bolliger, Fernandez; Nikaj (61. Gjuraj); Peter, Curic (75. Studer), Grüter, Koch; Castelli (81. Karajcic). – FC Luzern: Zibung; Zverotic, Veskovac, Diarra, Lustenberger; Renggli (57. Wiss), Kukeli; Ianu, Yakin, Ferreira (75. Sorgic); Paiva (83. Siegrist). – Bemerkungen: Schötz ohne Aiello (verletzt). FCL ohne Frimpong, Schwegler, Seoane, Chiumiento und Tchouga (alle verletzt).