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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 2. Runde: Rapperswil-Jona - Schötz 1:2 (1:1)
Schötzer für reifen Auftritt belohnt

Am Freitag das Cup-Traumlos FCL, am Samstag der erste Saisonsieg beim starken Rapperswil-Jona – der FC Schötz kann auf ein perfektes Wochenende zurückblicken.

 at. Die Schötzer lagen sich in den Armen und tanzten im Mittelkreis. Die Szenen nach dem Schlusspfiff im schmucken Grünfeld-Stadion in Rapperswil erinnerten an die grosse Jubelfeier im Juni, als in Carouge der 2:1-Coup in der Promotionsrunde geglückt war. Ein Aufstiegsspiel war es diesmal zwar nicht, das die Schötzer gewonnen hatten, es war vielmehr erst die zweite Partie der Saison. Doch die reife Leistung der verjüngten Mannschaft beim 2:1 gegen Rapperswil, im letzten Juni ebenfalls Aufstiegsrundenteilnehmer, verdiente es alleweil, gefeiert zu werden. «Das war wichtig», schnaufte nach dem Sieg auch Sven Christ erleichtert auf. 

Der Schötzer Trainer wollte mit seinem Team nach dem 0:2 gegen St. Gallen U21 unbedingt punkten, er wusste im Vorfeld der ersten Auswärtspartie aber auch, dass mit Rapperswil ein äusserst spielstarker Gegner wartet. Und das bekamen seine Spieler sehr schnell zu spüren. Rapperswil, mit dem 4:5 bei Zug 94 ebenfalls schlecht gestartet, legte los wie die Feuerwehr. Und schon nach fünf Minuten lag der Ball im FCS-Tor, doch Marics Kopfballtreffer wurde wegen einer knappen Offsideposition annulliert. In der 19. Minute schien das 0:1 schliesslich doch Tatsache zu werden: Maric war nach einer missratenen Rückgabe von Nikaj mit dem Ball bereits an Schwegler vorbeigezogen, seinen zu schwachen Torschuss konnte Bolliger aber mit generösem Einsatz kurz vor der Linie noch um den Pfosten lenken.

Der Druck der Gastgeber hielt trotz der leichtfertig verpassten Führung weiter an. Immer wieder war es der überragende Vujo Gavric, einer von drei Brüdern auf dem Feld, der für grosse Gefahr vor dem Schötzer Tor sorgte. In seinem ersten Spiel von Beginn weg nach einer Schulterverletzung deutete der starke Stürmer mehrfach an, weshalb er sich in den letzten drei Saisons über 50 Treffer für Rapperswil notieren liess. So auch in der 26. Minute: Einen kurz angetippten Freistoss aus 20 Metern schoss er flach Richtung linke Torecke und diesmal landete der hart getretene Ball unhaltbar im Tor.

Kaum hatte sich der Rapperswiler Jubel über das erlösende 1:0 gelegt, schlugen die Schötzer eiskalt zurück. Studer verlängerte eine Freistossflanke auf Koch, der am zweiten Pfosten am schnellsten reagierte und den Ball gekonnt ins Tor drückte. Und mit dem 1:1 fanden auch die Schötzer in dieser auf sehr gutem 1.-Liga-Niveau stehenden Partie langsam besser ins Spiel. Trotzdem brauchte es in der 38. Minute nochmals eine starke Intervention von Schwegler gegen Vujo Gavric, um einen neuerlichen Rückstand zu verhindern. Doch die Gäste setzten nun in der Offensive ebenfalls Akzente: Nur drei Minuten später schlenzte der von Nikaj mit einem feinen Absatzkick freigespielte Studer den Ball aus 16 Metern auf die Lattenoberkante. Eine Schötzer Führung zur Pause hätte dem Spielgeschehen jedoch nicht entsprochen. 

Sven Christ reagierte in der Pause, brachte mit Curic für Peter einen dritten zentralen Mittelfeldspieler und liess danach statt des 4:4:2 zunächst mit einer defensiven Dreierreihe vor Abwehr spielen. Später nahm er auch Studer vom Platz und stellte schliesslich auf ein 4:1:4:1 um. Und diese Massnahmen zahlten sich aus: Rapperswil fand praktisch keine Lücken mehr für die Zuspiele in die Spitze, weshalb Vujo Gavric kaum mehr gefährlich ins Szene gesetzt werden konnte. Und im Spiel nach vorne wirkten die Schötzer immer gefährlicher und kombinationssicherer. Das zahlte sich in der 72. Minute aus: Grüter spielte mit einem raffinierten Zuspiel Curic frei, der aus 14 Metern herrlich in die hintere hohe Ecke traf. Dieses 2:1 verwalteten die Schötzer danach clever, bis der erste Saisonsieg unter Dach und Fach war.

«Wir haben uns das Leben mit Fehlern zunächst selber schwer gemacht», bilanzierte Sven Christ, «die Umstellungen haben dann aber Wirkung gezeigt. Wir mussten Rapperswil nach der Pause praktisch keine klare Torchance mehr zugestehen.» Seine Genugtuung über den ersten Saisonsieg war verständlich. In diesem Stadion dürften nicht allzu viele Teams punkten, war Rapperswil doch klar stärker als die bisherigen drei Schötzer Gegner in Cup und Meisterschaft. 

Ticket-Vorverkauf ab nächster Woche

Beim FC Schötz ist nach dem Wunschlos FC Luzern wieder das Cup-Fieber ausgebrochen. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen, um erneut so ein Fussballfest zu organisieren wie vor Jahresfrist beim 0:1 gegen Basel. Es ist gut möglich, dass der Platzrekord von 4150 Zuschauern gegen den FCB nochmals übertroffen wird. Noch offen ist der genaue Spieltermin, dessen Festlegung nach Rücksprache mit dem FCL erfolgt. Voraussichtlich findet das Cupspiel aber am Bettag-Samstag, 19. September am späteren Nachmittag statt. Der Ticketvorverkauf beginnt Anfang September. Weitere Infos folgen laufend im Willisauer Boten und auf www.fcschoetz.ch.

Rapperswil-Jona – Schötz 1:2 (1:1). Grünfeld. – 350 Zuschauer. – SR Storneo. – Tore: 26. Vujo Gavric 1:0. 28. Koch 1:1. 72. Curic 1:2. – Rapperswil-Jona: Diethelm; Imhof (60. Notter), Gjokaj, Gojani (79. Baran), Ahmetaj; Aleksandar Gavric, Caroli, Nikolaj Gavric, Wiki; Vujo Gavric (73. Sadiku), Maric. – Schötz: Schwegler; Berisha, Felber, Bolliger, Fernandez; Peter (46. Curic), Grüter, Nikaj, Koch; Studer (69. Karajcic), Castelli (84. Gjuraj). – Bemerkungen: Schötz ohne Aiello (verletzt) sowie Velimirovic (nicht mehr im Kader). 41. Lattenschuss Studer. 62. Schuss von Maric an den Aussenpfosten.