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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


Aufstiegsrunde, Rückspiel, 2. Runde: Schötz - Kriens 1:3 (0:1)
Das richtige Ende eines schönen Märchens

Es blieb beim Flirt mit der Challlenge League: Der FC Schötz konnte die Hypothek des 1:3 aus dem Hinspiel gegen Kriens nicht wettmachen und verlor auch das Heimspiel mit dem gleichen Resultat. Trotzdem darf der Klub stolz auf das beste Jahr seiner 82-jährigen Geschichte zurückblicken.

 at. Die grosse Analyse war nicht mehr angesagt, als Willy Neuenschwander nach 14 unglaublich erfolgreichen Jahren sein allerletztes Spiel als Trainer beim FC Schötz kommentierte. «Unsere Batterien waren bereits nach dem Effort in Carouge leer», sagte er kurz und bündig. «Wir konnten gegen das robuste Kriens deshalb nicht mehr so dagegen halten, wie es nötig gewesen wäre. Der Aufstieg der Krienser ist absolut verdient.»

Dass der SC Kriens nach nur einem Jahr Unterbruch in die Challenge League zurückkehrt, macht auch Sinn, hätte der Schötzer Trainer noch ergänzen können. Bezüglich Budget, Strukturen und Nachwuchsbereich bringt der SCK alles mit, was ein Verein für die zweithöchste Liga braucht. Für die Schötzer dagegen hätte der Aufstieg einiges an zusätzlichen Aufgaben und Massnahmen nach sich gezogen, die wohl nur mit einem enormen Sondereffort zu bewältigen gewesen wären. Und dass es gut ist, dass der FCS auch nächste Saison in der 1. Liga spielt, war am Samstag trotz des klaren Scheiterns aus der sehr positiven Stimmung beim Schötzer Anhang zu spüren. Spieler, Trainer und Klubleitung erneten nach dem Spiel viel Applaus und Lob für eine wunderbare Saison, die dem Schötzer Publikum unvergessliche Momente und Erlebnisse bescherte. Dass der FC Schötz nach dem Cuphit gegen Basel die Meisterschaft unter den Top 30 der Schweiz beenden konnte, ist das Sahnehäubchen oben drauf. Der Klub hat sich damit nicht zum ersten Mal über die Kantonsgrenzen hinaus viel Anerkennung für seine erfolgreiche Arbeit verschafft. «Wir haben aus unseren Möglichkeiten sicher das Optimum aus dieser Saison herausgeholt und für zahlreiche Highlights gesorgt», freute sich FCS-Präsident Edi Iseli. Auch er wusste: Mehr ist fast nicht mehr möglich.

Dass es Grenzen gibt, bekamen die Schötzer von Kriens am Samstag drastisch vor Augen geführt. Trotz motivierender Kulisse – 2500 Zuschauer sind der zweitbeste Besuch auf Wissenhusen nach den 4150 Besuchern im Cupspiel gegen Basel – und einer Kampfansage nach dem 1:3 im Hinspiel, war schon bald einmal spürbar, dass die Schötzer das abgeklärte Team von Maurizio Jacobacci nicht mehr in Verlegenheit bringen können. Ohne den nötigen Punch in den Duellen 1:1, ohne Sicherheit in den Ballstafetten und ohne die letzte Überzeugung konnten die Gastgeber das Spiel nur bis zur 34. Minute offen halten. Dann verlängerte Fanger eine Freistossflanke von Andreoli zum Krienser Führungstreffer ins Schötzer Tor. Es war eine Kopie des 2:0 im Hinspiel – und das vierte Gegentor in Folge (!) gegen den SCK nach einem stehenden Ball. Und spätestens als der kurz zuvor bereits verwarnte Captain Roger Felber nach 40 Minuten auch noch die gelb-rote Karte sah, als er mit einem taktischen Foul eine 2:1-Situation der Krienser verhinderte, war die Partie gelaufen.

Für den letzten Höhepunkt der Saison aus Schötzer Sicht sorgte in der Schlussphase schliesslich Martin Fischer. Wie er den Ball aus halbrechter Position über Tahiraj hinweg via Innenpfosten ins Tor setzte (83.), war eine Augenweide. Dieser Treffer zum 1:1 des Topskorers blieb ingesamt aber die einzige Challenge-League-würdige Aktion der Schötzer an diesem Tag. «Schade, dass es danach nicht bei diesem 1:1 geblieben ist. Das wäre ein schöner Schlusspunkt für uns gewesen», sagte Willy Neuenschwander später. Doch Tadic mittels Foulpenalty (88.) und der eingewechselte Stadelmann (91.) nutzten die Schötzer Unterzahl im Finish noch zum verdienten Krienser Sieg.

«Es ist natürlich toll, dass bei uns in dieser Saison alles so nach Wunsch aufgegangen ist», sagte der strahlende SCK-Trainer Maurizio Jacobacci nach der Aufstiegsdusche, die ihm seine Spieler verpasst hatten. «Und es war toll für die Region, dass es zu diesem Innerschweizer Duell mit Schötz gekommen ist, das zweimal so viele Zuschauer anlockte. Auch der FC Schötz hat zweifellos eine hervorragende Saison gespielt.»

Und weil Sieger bekanntlich immer recht haben, ist dies das passende Schlusswort hinter eine unvergessliche Saison 2008/09 des FC Schötz.

Schötz - Kriens 1:3 (0:1). Wissenhusen. – 2500 Zuschauer. – SR Gut. – Tore: 34. Fanger 0:1. 83. Fischer 1:1. 88. Tadic (Foulpenalty) 1:2. 91. Stadelmann 1:3. – Schötz: Schwegler; Berisha, Felber, André Grüter, Thomas Grüter; Nikaj; Michael Bättig (78. Aiello), Lars Grüter (73. Karajcic), Curic, Fischer; Koch. – Kriens: Tahiraj; Barmettler, Ferricchio, Celik, Fanger; Darbellay (89. Nocita), Ribeiro; Andreoli, Colacino (80. Stadelmann); Piu (63. Sucic), Tadic. – Bemerkungen: Schötz ohne Vifian, Mendi (beide verletzt) und Fernandez (gesperrt). Kriens ohne Djukic (gesperrt). 40. Platzverweis Felber (gelb-rot, Foul). Verwarnungen: 33. Felber (Foul), 37. Lars Grüter (Foul), 42. Nikaj (Foul), 59. Ferricchio (Foul), 60. Piu (Foul).