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at. Eigentlich war er als erster Schötzer Penaltyschütze gar nicht vorgesehen. «Doch Lars Grüter fühlte sich in diesem Moment nicht ganz sicher, deshalb habe ich die Verantwortung übernommen», erklärte Alberto Fernandez, der trotz langer Wartezeit bis zur Ausführung des Elfmeters die Nerven behielt und den Ball in der 90. Minute sicher ins Krienser Tor setzte.
Dieser nicht mehr erwartete Treffer zum 1:3 sorgte bei der bis zu diesem Zeitpunkt bestens gelaunten Krienser Mehrheit unter den 2400 Zuschauern für einen späten Stimmungsdämpfer, während er den Schötzern für das Rückspiel plötzlich wieder Perspektiven eröffnete. Zudem verlor der SCK in dieser Situation auch noch seinen Goalie Dragan Djukic, der für seine ungeschickte Intervention die gelb-rote Karte gesehen hatte und folglich im Rückspiel am Samstag durch Flamur Tahiraj ersetzt werden muss.
Bis zu diesem Moment hatte in diesem Innerschweizer Duell der zweiten Aufstiegsrunde alles für die Krienser gesprochen. Das Team von Trainer Maurizio Jacobacci begann druckvoll und legte einen derart hohen Rhythmus vor, dass die Gäste zunächst grosse Mühe bekundeten. Kaum angespielt lief Colacino bereits ungestört durch den Schötzer Strafraum, doch seine ungenaue Hereingabe wurde in der Mitte von Piu verfehlt. In der fünften Minute lag der Ball dann aber doch im Schötzer Tor. Piu stand nach einem weiten Einwurf plötzlich frei vor Schwegler und liess sich die Chance zum 1:0 nicht entgehen.
Doch «die katastrophalen ersten 30 Minuten», wie Willy Neuenschwander später die Startphase beschrieb, waren noch längst nicht vorüber. Zuerst marschierte Ribeiro ungestört durch die Schötzer Hälfte, sah seinen 25-Meter-Schuss aber von der Latte abprallen (17.). Und weil sich die Gäste danach immer noch nicht auffangen konnten, fiel nach 25 Minuten gar das 0:2. Andreoli hatte einen Freistoss ideal vors Schötzer Tor geschlagen, wo Fanger freistehend vor Schwegler an den Ball kam und diesen mit dem Kopf über die Linie lenkte. Die Schötzer wussten in dieser Phase nicht, wie sie sich wehren sollten. Die aus Verzweiflung planlos nach vorne geschlagenen Bälle waren eine sichere Beute der SCK-Abwehr, die in den Luftduellen klar dominierte. Und so rollte eine Krienser Angriffswelle nach der anderen Richtung Tor von Martin Schwegler. Die Schötzer spielten auf dem Kleinfeld in der ersten halben Stunde eine Klasse schlechter als noch in Carouge.
«Wir waren zu Beginn nicht bereit», ärgerte sich Neuenschwander. «Und so sind auch die beiden Gegentore nach den beiden stehenden Bällen zu erklären.» Zudem hatte der Schötzer Trainer auch nicht übersehen, «dass wir vor allem im Mittelfeld überhaupt nicht ins Spiel fanden.» Das hatte zur Folge, dass die Gäste die Partie nicht in den Griff bekamen und zunächst immer hinterherliefen. Erst kurz vor der Pause gelangen die ersten beiden ansatzweise gefährlichen Vorstösse in der Offensive. Doch zuerst rutschte Martin Fischer in guter Position aus (42.), dann brachte er bei der besten Schötzer Chance «nicht genug Druck hinter seinen Schuss», wie er später erklärte, so dass Djukic den Ball aus kurzer Distanz noch zur Seite lenken konnte (45.).
Nach der Pause und den Schötzer Umstellungen – Koch blieb in der Kabine, Curic rückte in die Offensive vor – konnten die Schötzer das Geschehen immer mehr ausgleichen. Die beste Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 56. Minute, als Fischer einen Ball vor Djukic querlegte, doch Nikaj zögerte zu lange, so dass ein Krienser den Ball in extremis vor dem leeren Tor wegschlagen konnte. «Dieses Tor hätte ich machen müssen», sagte der Pechvogel später selbstkritisch, «ich habe den Gegenspieler, der von der Seite noch reinrutschte, aber gar nicht kommen sehen.»
Neben dieser aufregenden Szene war die zweite Hälfte beidseits geprägt von vielen Ungenauigkeiten und Missverständnissen. Kriens beschränkte sich auf das Verwalten des 2:0-Vorsprungs, die Schötzer andererseits besassen trotz der Steigerung offensiv weiter zuwenig Durchschlagskraft. Und als der gute Schiedsrichter Lafranchi in der 86. Minute nach Intervention seines Assistenten einen Handspenalty pfiff, den Tadic souverän verwandelte, schienen die Schötzer Aktien ganz tief zu sinken.
Doch dann kam die 90. Minute, dieses unnötige Foul von Djukic und das so wichtige Auswärtstor von Fernandez. Dieses 1:3 rettete den Schötzern am Samstag nicht nur viele Zuschauer fürs Rückspiel. Es brachte auch die Hoffnung zurück, dass in diesem Duell mit Kriens doch noch etwas zu holen ist.
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Kriens – Schötz 3:1 (2:0). Kleinfeld. – 2400 Zuschauer. – SR Lafranchi. – Tore: 5. Piu 1:0. 25. Fanger 2:0. 86. Tadic (Handspenalty) 3:0. 90. Fernandez (Foulpenalty) 3:1. – Kriens: Djukic; Barmettler; Ferricchio, Celik, Fanger; Ribeiro; Darbellay, Andreoli (64. Sucic), Colacino (79. Souto); Tadic, Piu (90. Tahiraj). – Schötz: Schwegler; Berisha, Felber, Curic, Fernandez; André Grüter (77. Karajcic), Nikaj; Fischer, Lars Grüter, Michael Bättig; Koch (46. Thomas Grüter). – Bemerkungen: 17. Lattenschuss Ribeiro. 90. Gelb-rote Karte für Djukic (Foul). Schötz ohne Vifian und Mendi (beide verletzt).
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