Home
Home
 
 
 

DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


Aufstiegsrunde, Rückspiel, 1. Runde: Carouge - Schötz 1:2 (0:2)
Schötz steht vor der letzten Hürde

Der FC Schötz wird immer unheimlicher: Dank dem 2:1-Sieg in Carouge spielt das Team von Willy Neuenschwander nun gegen Kriens um den Aufstieg in die Challenge League. Zudem gehört Schötz erstmals in seiner Klubgeschichte zu den Top 30 der Schweiz.

at. Sie feierten, als wären sie schon aufgestiegen. Die Spieler und Verantwortlichen unten auf dem Rasen lagen sich in den Armen, stiessen Jubelschreie aus und machten Freudentänze. Die mitgereisten Anhänger oben auf der Tribüne feierten die Mannschaft mit Sprechchören und Transparenten. Diese euphorische Stimmung war verständlich. Der FC Schötz hatte an diesem 6. Juni 2009 in Genf kurz vor 22.00 seinen grössten Erfolg in seiner Klubgeschichte geschafft: Die erstmalige Qualifikation für den zweiten Durchgang der Aufstiegsrunde zur Challenge League – und damit verbunden auch den erstmaligen Vorstoss unter die Top 30 der Schweiz. Als Belohnung für die Schötzer kommt es nun zum Innerschweizer Duell gegen Kriens um einen der beiden Plätze in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse.

Bemerkenswert an diesem Erfolg ist vor allem, dass das Weiterkommen der Schötzer gegen Etoile Carouge ingesamt völlig in Ordnung geht. Der Aussenseiter besass schon beim 1:0 im Hinspiel vor allem nach der Pause Vorteile. Und wie die Schötzer im Rückspiel dem zu Beginn hochmotivierten Team von Etoile Carouge mit zwei sehenswerten Vorstössen innerhalb von nur einer Minute (23./24.) den Schwung nahmen, zeugte von grosser Abgeklärtheit, die letzlich auch den Unterschied ausmachte. Wie in den Cupspielen gegen Rapperswil und speziell gegen den FC Basel oder in den entscheidenden Partien der Meisterschaft bewies die Schötzer Mannschaft einmal mehr, dass sie die grosse Fähigkeit besitzt, sich in wichtigen Momenten zu steigern und als intakte Einheit aufzutreten. 

Als Etoile Carouge in den ersten Minuten ein für 1.-Liga-Verhältnisse äusserst hohes Tempo anschlug, hielten die Gäste in der Defensive energisch dagegen. Dabei setzte Roger Felber in der 7. Minute ein vorbildliches Zeichen, als er die erste grosse Chance des Gegners mit einer sehenswerten Grätsche in extremis vereitelte. Der Schötzer Captain bildete mit Ante Curic, der diesmal für den verletzten Sandro Vifian in der Innenverteidigung spielte, ein robustes und fast nicht überwindbares Bollwerk, an dem die Carouge-Spieler mit Fortdauer der Partie immer mehr zerbrachen. Auf den Aussenbahnen waren Alberto Fernandez und Anton Berisha mit ihrer Wendigkeit und Schnelligkeit kaum zu überspielen. Und im Tor lieferte Martin Schwegler eine fehlerfreie Partie ab und verhinderte in der 36. Minute gegen Manzolillo das schnelle Anschlusstor mit einer erstklassigen Parade.

Vor der Abwehr leisteten die Routiniers André Grüter und Luigj Nikaj ein enormes Laufpensum, eroberten viele Bälle und überzeugten mit ihrer taktischen Reife. Dies führte dazu, dass Carouge zwar mehrheitlich spielbestimmend war, aber kaum zu wirklich zwingenden Chancen kam. Richtig ausgespielt wurde die Schötzer Defensive nur beim einzigen Gegentreffer, als Weber eine wunderschöne Direktkombination unhaltbar abschloss (54.).

Doch zu diesem Zeitpunkt hatten die Schötzer bereits zwei Treffer vorgelegt. Das 2:0 nach 24 Minuten bedeutete, dass Carouge schon vier Tore erzielen musste, was sich als zu grosse Hypothek erwies. Beide Male hatte Lars Grüter, der diesmal im Zentrum hinter dem fleissigen Koch spielte, mit seinen Zuspielen die Aussenstürmer ideal in Abschlussposition gebracht. Und diese bewiesen beide Skorerfähigkeiten. «Ich wurde von meinem Mitspieler noch bedrängt, habe den Ball dann aber mit meinem linken Fuss irgendwie noch am Torhüter vorbei gebracht», beschrieb Michael Bättig sein Führungstor (23.). Martin Fischer tat es ihm nur eine Minute später gleich, in dem er sich im Duell 1:1 energisch durchsetzte und den Ball über die Linie drückte. «Jetzt kann niemand mehr sagen, dass ich in wichtigen Spielen nicht nervenstark genug sei», sagte der Schötzer Topskorer nach dem Spiel mit einem schelmischen Lachen im Gesicht. Seine beiden vergebenen Grosschancen im Cup gegen den FC Basel, die ihm bis heute den einen oder anderen lockeren Spruch eingetragen haben, dürften ihm damit endgültig verziehen sein.

«Gegen einen Gegner dieses Formats zweimal zu gewinnen, das muss uns in der 1. Liga zuerst einer nachmachen», zollte der sehr zufriedene Schötzer Trainer seinen Spielern ein grosses Kompliment. Zur Erinnerung: Etoile Carouge stand zum sechsten Mal in Serie in der Aufstiegsrunde und hatte vorher in dieser Saison nur 4 von 30 Spielen verloren. «Sehr wichtig war, dass wir im Hinspiel ohne Gegentor geblieben sind», resümierte Willy Neuenschwander. «Ich war danach sicher, dass wir im Rückspiel zu guten Gegenstossmöglichkeiten kommen würden. Und diese Rechnung ist perfekt aufgegangen, weil wir die ersten beiden Chancen gleich nutzen konnten.»

Etoile Carouge - Schötz 1:2 (1:2). Stade de la Fontenette. – 840 Zuschauer. – SR Pache. – Tore: 23. Michael Bättig 0:1. 24. Fischer 0:2. 54. Weber 1:2. – Etoile Carouge: Ruiz; Araujo (67. Mas), Rinaldi, Quilez, Pedretti; Manzolillo, Pisino, Guijarrrot, Moutinho (46. Beuchat); Weber, Linares. – Schötz: Schwegler; Berisha, Felber, Curic, Fernandez; André Grüter, Nikaj; Fischer (77. Thomas Grüter), Lars Grüter, Michael Bättig; Koch (85. Aiello). – Bemerkungen: Schötz ohne Vifian (verletzt).