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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 24. Runde: Zofingen - Schötz 2:3 (0:1)
Das unnötige Zittern nach dem 3:0

Sechs Runden vor Schluss steht der FC Schötz sportlich mit einem Bein in der Aufstiegsrunde zur Challenge League. Beim Sieg in Zofingen hatten sich die Gäste das Leben nach einer komfortablen Führung aber noch selber schwer gemacht.

at. Die 24. Runde war ein Wochenende für den FC Schötz. Dank dem 3:2-Sieg in Zofingen und den Niederlagen von Delémont und Old Boys sind die Aufstiegsspiele in greifbare Nähe gerückt, sofern der Klub die Lizenzauflagen der Swiss Football League wie schon im Vorjahr erfüllen kann. Weil Emmenbrücke letzte Woche den Verzicht auf die Aufstiegsrunde bekannt gegeben hat, weisen die Schötzer sechs Spiele vor Schluss jetzt gar 11 Punkte Vorsprung auf das Verfolgertrio Delémont, Old Boys und Cham auf.

Wie ein möglicher Aufstiegsrundenteilnehmer hatten die Schötzer in der ersten halben Halbzeit auf der Trinermatten in Zofingen allerdings nicht aufgespielt. Zwar gerieten die Gäste kaum einmal in Gefahr, einen frühen Gegentreffer hinnehmen zu müssen. In der Offensive jedoch blieb zunächst vieles nur Stückwerk. Von Spiel ohne Ball, von überraschenden Positionswechseln oder von schnellem Auslösen der Angriffe war nichts zu sehen. Zudem reihte sich ein Fehlpass an den anderen, was den Match vor dem Seitenwechsel nicht gerade zu einem Erlebnis für die Zuschauer machte. Das 0:0 zur Pause schien besiegelt – bis Curic mit einem Geistesblitz einen Ball direkt auf Koch weiterleitete, der allein vor Kollbrunner Nervenstärke bewies und die Schötzer Führung bewerkstelligte (44.).

Dieses Erfolgserlebnis nach der ersten gelungenen Kombination tat den Schötzern offenbar gut. Denn mit Wiederanpfiff übernahmen sie nun klar das Spieldiktat und wirkten jetzt zwingender. Mit positiven Folgen: Schon in der 51. Minute lag der Ball zum zweiten Mal im Zofinger Tor. Es war wiederum Curic, der einen hohen Ball in den Strafraum mit dem Kopf mustergültig für Koch auflegte, der Kollbrunner mit einem wuchtigen Schuss erneut keine Chance liess. Dass gleich beide Schötzer Treffer auf das Konto von Koch gingen, war kein Zufall. Der 23-Jährige, der eine Woche zuvor mit seinen zwei Toren und zwei Assists für die FCS-Reserven offenbar neues Selbstvertrauen geholt hatte, zeigte sein bestes Spiel in neuen Jahr und war am Samstag der dynamischste und torgefährlichste Offensivspieler auf dem Platz.

War das 2:0 eine Weichenstellung, schien das 3:0 nur zwölf Minuten später gar die endgültige Entscheidung zu sein. Wieder einmal stellte der aufgerückte Vifian seine Skorerqualitäten unter Beweis, als er einen Corner von André Grüter am vorderen Pfosten über die Linie drückte. Es war bereits das sechste Saisontor des routinierten Verteidigers. Das wars, dachten sich nicht nur die Zuschauer, sondern wohl auch die Schötzer Spieler. Nur so ist die Unkonzentriertheit zu erklären, dass Castelli nach dem Anspiel einen weiten Ball im Strafraum der Gäste annehmen und zum 1:3-Anschlusstreffer einschiessen konnte. «So etwas darf einer abgeklärten Mannschaft einfach nicht passieren», ärgerte sich der Schötz-Trainer Willy Neuenschwander. «Wir hätten nach dem 3:0 hinten nur noch sicher stehen müssen. Doch dann kassieren wir dieses Tor und machen uns das Leben wieder selber schwer.»

Und dieser Treffer verunsicherte die Schötzer offensichtlich. Nach den starken 20 Minuten war der Faden bereits wieder gerissen. Plötzlich gab das Mittelfeld das Spiel aus der Hand, konnte vorne kaum mehr ein Ball gehalten werden. Dass mit Fischer und Aiello gleich zwei schnelle Spieler fehlten, wirkte sich bei den Kontern negativ aus. Weil das zuvor harmlose Zofingen nun aktiver wurde und die Schötzer das 4:1 bei einem sehenswerten Lattenschuss von Felber aus 50 Metern (!) sowie bei einem strittigen Abseitstor verpassten, ging das Zittern weiter. Und dieses wurde noch grösser, als Zobrist mit einem Abstauber in der 89. Minute gar auf 2:3 verkürzen konnte. Dass sich das Szenario von Delémont nicht wiederholte, verdankten die Schötzer schliesslich der mangelnden Treffsicherheit der Zofinger, die in der Nachspielzeit einen Ball aus 14 Metern übers Tor von Thomas Lüthi droschen. Was nach 63 Minuten nach einem ungefährdeten Erfolg ausgesehen hatte, endete schliesslich mit einem Schötzer Zittersieg.

Zofingen – Schötz 2:3 (0:1). Trinermatten. – 550 Zuschauer. – SR Mistsi. – Tore: 44. Koch 0:1. 51. Koch 0:2. 63. Vifian 0:3. 64. Castelli 1:3. 89. Zobrist 2:3. – Zofingen: Kollbrunner; Mior, Hüsser, Liloia, Diaby; Zobrist, Juninho, Della Rossa (46. Perri), Baumgartner; Osaj (46. Fischer), Castelli. – Schötz: Lüthi; Thomas Grüter, Felber, Vifian, Ferandez, André Grüter, Nikaj; M. Bättig (68. Mendi), Curic, Koch; Lars Grüter (83. Karajcic). – Bemerkungen: Zofingen ohne Dias, Berisha, Sant’Anna, Simic und Bolliger (alle verletzt). Schötz ohne Aiello (verletzt), Kanik, Fischer (beide abwesend) und Berisha (gesperrt). – 82. Lattenschuss Felber von der Mittellinie. – Keine Verwarnungen.