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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 12. Runde: Schötz - Kriens 2:2 (1:1)
Ein Punkt, der mehr wert ist

Schötz stand im Spitzenspiel gegen Kriens kurz vor einer Niederlage. Dann glückte Sandro Vifian in der 88. Mintue doch noch das 2:2. Damit bleibt die Situation für das Neuenschwander-Team in der Tabelle sehr komfortabel.

at. Der FC Schötz hat die schwierige Bewährungsprobe gegen den SC Kriens bestanden. Auch wenn der Tabellenzweite nicht seinen allerbesten Tag erwischt hatte und gegen den robusten Gegner mehr reagierte als agierte, musste er vor 900 Zuschauern nicht als Verlierer vom Platz. Ein Tor zum 2:2 in der 88. Minute rettete den Schötzern einen goldenen Punkt, der für die Gastgeber deutlich mehr wert war als für den Absteiger aus der Challenge League. Nach 12 Runden beträgt das Polster auf Cham, den ersten Verfolger, weiterhin stattliche 5 Punkte.

Das die Schötzer nicht gewohnt ins Spiel fanden, lag vor allem am Gegner, der stark auftrumpfte und mehr Spielanteile und vor allem in den ersten 45 Minuten auch die besseren Chancen vorweisen konnte. Doch einmal mehr blieb SCK-Trainer Maurizio Jacobacci nur das Fazit, «dass wir wieder einen unglaublichen Aufwand betrieben haben und dafür nur mit einem Punkt belohnt wurden.» Das Fehlen eines Goalgetters machte sich in der Tat auch in Schötz bemerkbar. So war Kriens sofort das aktivere Team, die Führung nach 24 Minuten glückte stattdessen dem Schötzer Michael Bättig mit einem sehenswerten Kunstschuss in die hohe Torecke. Dass die Gäste den Spiess nach Ablauf der ersten Stunde trotzdem umgedreht hatten, lag an der Kopfballstärke der Krienser Verteidiger: Ribeiro (33.) und Ferricchio (67.) hatten sich zweimal erfolgreich durchgesetzt. Dass bei den Schötzern mit dem verletzten Captain Felber ein sehr starker Kopfballspieler in der Defensive fehlte, wussten die Krienser in diesen beiden Situationen gekonnt auszunutzen.

Schötz bewies aber nicht zum ersten Mal viel Moral, steckte nie auf und spielte in der 88. Minute seinerseits seine Klasse bei stehenden Bällen aus. Wie schon vor Wochenfrist in Wangen war der aufgerückte Sandro Vifian zur Stelle und drückte den Ball nach einem Corner zum frenetisch gefeierten 2:2 über die Linie. Der Frust bei den Kriensern über diesen späten Ausgleich war gross, hatten sie doch vor dem Eckball ein Schötzer Foul gesehen, dass der Schiedsrichter nicht geahndet hatte. Damit liegen die Krienser nun weiterhin sechs statt – wie gehofft – nur noch drei Zähler hinter Schötz.

Nach dem wichtigen Punktgewinn sprach Schötz-Trainer Willy Neuenschwander über das Spitzenspiel, die ersten 12 Runden und die Perspektiven seines Teams.

Willy Neuenschwander, dieses 2:2 war ein goldener Punktgewinn.

Willy Neuenschwander: Das ist so. Wir waren heute das glücklichere Team. Kriens hatte vor allem vor der Pause die besseren Chancen. Dass Kriens so stark spielt, hat mich aber nicht überrascht. Denn wer in der 1. Liga Ambitionen nach oben hat, muss über ein gutes Team verfügen.

Der Gegner war stark. Trotzdem konnte Ihre Mannschaft nicht ganz an die guten Auftritte zuletzt anknüpfen. Warum?

Neuenschwander: Zwei bis drei Spieler kamen nicht auf ihr gewohntes Niveau. Vor allem im Mittelfeld passte bei uns diesmal nicht viel zusammen. Und mit Roger Felber fiel in der Defensive ein wichtiger Spieler aus. Vor der Pause standen wir zudem viel zu tief und agierten zu ängstlich. Das machten wir nach dem Wechsel dann besser. Und danach war Kriens nicht mehr überlegen, auch wir kamen zu unseren Chancen.

26 Punkte aus 12 Spielen, Platz 2 hinter Basel U21 – wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Neuenschwander: Wenn einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir Ende Oktober auf Platz 2 und sechs Punkte vor Kriens liegen würden, wäre er sicher belächelt worden. Unsere Bilanz ist natürlich sehr erfreulich. Und gross ist sicher auch die Erleichterung, dass wir uns in dieser schwierigen Gruppe nicht nach hinten orientieren müssen.

Mit den guten Leistungen steigen auch die Erwartungen…

Neuenschwander: Jetzt schon von den Aufstiegsspielen oder gar der Challenge League zu sprechen, halte ich nach 12 Spielen für völlig verfehlt. Es stehen immer noch 18 schwierige Runden aus!

Trotzdem: Wie lange kann sich Schötz so weit vorne halten?

Neuenschwander: Wir nehmen Spiel für Spiel und wollen sicher weiter vorne mithalten. Doch letzte Saison hat man in der Rückrunde gesehen, wie schnell 5 Punkte Vorsprung weg sein können. Wir sind also gewarnt. Es können auch wieder andere Zeiten kommen. Es kann auch wieder einmal vorkommen, 2 oder 3 Spiele zu verlieren.

Schötz - Kriens 2:2 (1:1). Wissenhusen. – 900 Zuschauer. – SR Lanfranchi. – Tore: 24. Michael Bättig 1:0. 33. Ribeiro 1:1. 67. Ferricchio 1:2. 88. Vifian 2:2. – Schötz: Schwegler; Berisha, Vifian, Iwan Bättig, Fernandez; Koch (87. Karajcic), Curic, Nikaj, Michael Bättig (82. Thomas Grüter); André Grüter (46. Fischer); Lars Grüter. – Kriens: Tahiraj; Barmettler; Ferricchio, Ribeiro (46. Mamede), Souto; Sucic, Nocita, Darbellay, Colacino; Andreoli; Hasic (78. Gjuraj). – Bemerkungen: Schötz ohne Felber, Osaj, Dias, Winiger und Zukic (alle verletzt). Kriens ohne Fanger, Stadelmann (beide verletzt), Owusu und Kartal (beide 2. Mannschaft).