Home
Home
 
 
 

DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 17. Runde: Schötz - Olten 3:3 (1:0)
Die drei schwächsten Minuten zum Schluss

Wie schon gegen Biel und Zug 94 endete auch das letzte Spiel des Fussballjahres mit einer dramatischen Schlussphase. Diesmal aber mit grossem Schötzer Frust: Innert drei Minuten (!) gab das Neuenschwander-Team einen 3:0-Vorsprung noch preis.

at. Es war das bittere Ende, das nicht hätte sein müssen. Nach einer insgesamt grossartigen Vorrunde als Aufsteiger in der 1. Liga zogen die Schötzer ihre schwächsten drei Minuten ausgerechnet ganz zum Schluss des 17-Spiele-Pensums ein. In der 90. Minute gegen den FC Olten noch mit 3:0 in Führung liegend, hiess es in der 92. Minute schliesslich 3:3. Dieser unglaubliche Einbruch kostete den Tabellendritten zum Abschluss der Herbstrunde völlig unnötig zwei wichtige Punkte.

«So etwas habe ich in meinen 35 Trainerjahren noch nicht erlebt», ärgerte sich auch Willy Neuenschwander über diese unerklärlichen letzten Minuten. «Beim 1:3 ahnte ich noch nichts Schlimmes, doch der folgende Aussetzer vor dem 2:3 führte dann bei uns wie zu einem Schockzustand, den der Gegner dann gar noch zum dritten Tor ausnützen konnte. Ich möchte aber festhalten, dass zwar individuelle Fehler die Gegentore ausgelöst haben, dass wir aber in den letzten drei Minuten insgesamt sicher als Mannschaft versagt haben. So etwas darf uns ganz einfach nicht passieren und ist in der Art und Weise, wie es ablief, unentschuldbar.»

Dabei schien nach 52 Minuten im letzten Heimspiel 2007 auf Wissenhusen schon alles gelaufen. Die Schötzer waren ihrer Favoritenrolle wunschgemäss gerecht worden und hatten im letzten Heimspiel mit drei Toren vermeintlich vorentscheidend vorgelegt. Nach einer Viertelstunde war es Selimi gewesen, der einen sehenswerten Vorstoss von Lars Grüter über die linke Seite mit dem 1:0 abschloss. Passgeber Lars Grüter selber zeichnete dann für den schön herausgespielten zweiten FCS-Treffer kurz nach dem Seitenwechsel (47.) verantwortlich. Und nur fünf Minuten später hatte Zukic überlegt zum 3:0 eingeschoben.

Während die Schötzer die Partie danach aber fahrlässigerweise bereits als gewonnen abhakten, steckten die Oltener nie ganz auf. Trotzdem hiess es immer noch 3:0, als bereits die 90. Minute anbrach. Dann rückte der Ex-Schötzer Panzeri nochmals mit nach vorne, zog aus grosser Distanz ab und traf zum 1:3. Was zunächst nur als Resultatkosmetik aussah, wurde zum Startschuss von drei denkwürdigen Minuten, die den Schötzern sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Denn kaum war der Ball wieder im Spiel, lag er erneut im Schötzer Tor, weil Koch einen haarsträubenden Abspielfehler der Gastgeber 30 Meer vor dem eigenen Tor sofort zum 2:3 ausgenützt hatte. Doch damit nicht genug: Nur Sekunden nach Wiederbeginn, inzwischen lief die 92. Minute, nutzte Olten einen weiteren Schötzer Ballverlust zu einem letzten weiten Ball in die Spitze, wo erneut Koch schneller als die FCS-Defensive reagierte und den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich erzielte. Während die Oltener ihr grosses Glück kaum fassen konnten, herrschte bei den Schötzern nach dem Schlusspfiff verständlicherweise eine noch selten erlebte Konsternation – und zwar bei Spielern, Verantwortlichen und Zuschauern. 

Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt dieses abschliessende 3:3 auch bei einem Blick auf die Tabelle der Gruppe 2 nach 17 Runden. «Wir haben es verpasst, für eine brillante Ausgangslage für den Frühling zu sorgen», erklärte Willy Neuenschwander. «Doch unzufrieden», relativierte er, «können auch die anderen Teams aus der Spitzengruppe sein, die am letzten Spieltag nicht über ein Unentschieden hinausgekommen sind.»

Die drittplatzierten Schötzer überwintern – als Aufsteiger notabene – trotzdem auf dem zweiten Aufstiegsrundenplatz und mit vier Zählern Vorsprung auf den nächsten Verfolger Münsingen (Basel U21 und YB U21 sind zu den Promotionsspielen nicht zugelassen). Das zeigt, dass der FC Schötz eine der erfolgreichsten Herbstrunden der 80-jährigen Clubgeschichte hinter sich hat. «Und wenn man bedenkt, dass wir nun in eineinhalb Jahren nur gerade zwei Spiele verloren haben, kann sich unser Leistungsausweis mehr als sehen lassen», überwog beim Schötzer Trainer nach dem 3:3 schliesslich doch die Genugtuung über die ausgezeichnete Bilanz.

Die Schötzer nehmen das Training Mitte Januar offiziell wieder auf, bestreiten aber vorher traditionellerweise wieder die beiden Hallenturniere in Wolhusen und Sursee. Zu den sieben Wochen Vorbereitung gehört auch ein Trainingslager in Spanien Mitte Februar, ehe Anfang März die zweite Saisonhälfte gleich mit dem sehr wichtigen Spiel in Solothurn in Angriff genommen wird.

Schötz – Olten 3:3 (1:0). Wissenhusen. – 350 Zuschauer. – SR Stariovah. – Tore: 16. Selimi 1:0. 47. Lars Grüter 2:0. 52. Zukic 3:0. 90. Panzeri 3:1. 91. Koch 3:2. 92. Koch 3:3. – Schötz: Lüthi; Thomas Grüter, Felber, Cubi, Fernandez; Zukic, (87. Ivan Bättig), André Grüter; Fischer, Michael Bättig (77. Schäuble), Lars Grüter; Selimi (71. Binaku). – Olten: Vodola; Schuler, Andris, Panzeri, Von Rohr; Zimmerli, Cirico (61. Liberto), Ramazan Hasani, Tonn; Koch; Jusufi (65. Halimi). – Bemerkungen: Schötz ohne Häfliger, Alimanovic (beide verletzt) sowie Kukeli (gesperrt). Olten ohne Stauch und Avdylhamit Hasani (beide gesperrt).