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DETAILBERICHT MATCHBERICHT (ARCHIV)


1. Liga, 6. Runde: Laufen - Schötz 1:0 (1:0)
Trotz 0:1 weiterhin Leader

Jetzt hat es den Leader erwischt: Beim 0:1 in Laufen kassierte der FC Schötz nach über 15 Monaten die erste Niederlage in einem Meisterschaftsspiel. Besonders bitter dabei: Cubi vergab in der 90. Minute einen Foulpenalty.

at. Einmal musste sie ja kommen, die erste Niederlage von Aufsteiger Schötz. Darüber waren sich alle einig. Diese Niederlage hätte allerdings nicht gegen den sehr engagierten, aber insgesamt doch bescheidenen FC Laufen kommen müssen. Darüber waren sich am letzten Samstag ebenfalls alle einig, die das sechste Saisonspiel des Leaders vor Ort mitverfolgt hatten.

«Immer geht es eben nicht gut, wenn man einem Rückstand nachlaufen muss», sagte FCS-Sportchef Laurent Prince Augenblicke nach dem Schlusspfiff. Er sprach damit die 19. Minute an, als Laufen, das vor der Pause nur zweimal gefährlich im Schötzer Strafraum auftauchte, überraschend in Führung gehen konnte. Nach einem langen Freistossball löste sich der aufgerückte Innenverteidiger Ercedoga gegen die nicht aufmerksame FCS-Abwehr und traf mit dem Kopf über Häfliger hinweg zum 1:0. Dass dieses Tor bereits spielentscheidend sein würde, glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand. Denn die Schötzer hatten das Geschehen zuvor dominiert und das erste Tor schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch bei der besten Chance (16.) zögerte der freigespielte Selimi aus 11 Metern zu lange, so dass ihm der Ball vor dem Torschuss noch weggespitzelt werden konnte. Und auch nach dem Gegentor blieben die Gäste tonangebend, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Weil Selimi, dessen Schuss von Goalie Kurt blockiert werden konnte, sowie Michael Bättig, der aus zehn Metern zu hoch zielte, die beiden klarsten Gelegenheiten innert einer Minute (33./34.) vergaben.

Wie bei den bisherigen Rückständen in den ersten Runden hofften die mitgereisten Schötzer Anhänger vor den zweiten 45 Minuten auf die grosse Aufholjagd. Und die Gäste machten tatsächlich Druck, doch diesmal fehlte beim letzten Pass und im Abschluss die Genauigkeit sowie die Überzeugung. Vor allem das viel gelobte Schötzer Mittelfeld blieb für einmal zu wenig effektiv und zu ideenlos. Das lag auch daran, dass die Laufbereitschaft bei der gesamten Mannschaft diesmal nicht so gross war, wie in den Partien zuvor. So blieben gute Szenen wie in der 50. Minute, als Fischer energisch in den Strafraum eindrang und ohne Sanktion des Schiedsrichters gelegt wurde, oder in der 65. Minute, als Kukeli seinen harten Schuss gehalten sah, sogar die Ausnahme.

Laufen, das nach der Pause vorbildlich kämpfte, defensiv gut organisiert stand und auch die Mehrzahl der Zweikämpfe gewann, schien dem Druck des Leaders standzuhalten. Bis zur 90. Minute, als Selimi eine zu kurze Kopfball-Rückgabe beim Heimteam erlief und vom herauseilenden Goalie Kurt nur noch penaltyreif gelegt werden konnte. Schötz erhielt damit die grosse Chance, die erste Niederlage noch abzuwenden... und nutzte sie nicht. Cubi trat den Penalty zu locker, so dass Laufens Goalie keine grosse Mühe hatte, den zu unplatzierten und auch zu wenig harten Schuss zu parieren. Auch nach dieser verpassten Gelegenheit bot sich den Gästen nochmals die Chance zum 1:1, doch der aufgerückte Roger Felber setzte seinen Kopfball in der 94. Minute unbedrängt um Zentimeter neben das Tor.

«Schade», sagte Willy Neuenschwander später, «denn ich habe meine Mannschaft vorher gewarnt. Doch heute passte bei uns nicht viel zusammen.» Enttäuscht zeigte er sich insbesondere von der Ideenlosigkeit, mit der seine Mannschaft gegen den Rückstand angerannt war. «Wir haben viel zu oft nur hohe und weite Bälle gespielt. Und über die Aussenposition konnten wir uns kaum einmal durchsetzen. Laufen dagegen», erklärte der Schötzer Trainer, «hat alles gegeben, sehr gut gekämpft und den Sieg deshalb auch verdient.»

So bitter und unnötig die Niederlage letztlich auch war, so erfreulich bleibt weiterhin der Blick auf die Tabelle der Gruppe 2. Weil die Verfolger ebenfalls patzten, konnten die Schötzer trotz nur einem Punkt aus dem letzten beiden Spielen die Leaderposition halten. Am kommenden Freitag (20.00) steht auf Wissenhusen die nächste Partie gegen die U21-Mannschaft des FC Luzern auf dem Programm. Das Ratinho-Team schaffte mit dem 4:0 in Muttenz seinen ersten Saisonsieg und dürfte gegen Schötz mit dem einen oder anderen Spieler aus dem Super-League-Kader auflaufen, da der FCL in der 1. Hauptrunde im Cup erst am Sonntag in Biasca antreten muss. Für die Schötzer, die auf die Siegesstrasse zurückkehren wollen, also keine leichte Aufgabe.

Laufen – Schötz 1:0 (1:0). Nau. – 100 Zuschauer. – SR Klossner. – Tor: 19. Ercedogan 1:0. – Laufen: Kurt; Eigenmann, Ercedogan, Sami, Borrey; Gashi (69. Dogan), Patrick Hersperger, Thomas Hersperger, Banholzer (80. Bellusci); Cosic (88. Suter), Früh. – Schötz: Häfliger; Fernandez, Felber, Cubi, Basse; Fischer (72. Thomas Grüter), Lars Grüter (46. Binaku), Kukeli, André Grüter, Michael Bättig (65. Ndong); Selimi. – Bemerkungen: Schötz ohne Alimanovic (verletzt). 90. Kurt hält Foulpenalty von Cubi.